🐾 Benfred packt aus –
„Wenn ein Spaziergang zu viel wird“

„Spazierengehen klingt für viele nach etwas Schönem.

Rausgehen.
Bewegen.
Frische Luft.

Für mich… ist es manchmal mehr als das.

Draußen passiert viel.
Zu viel.

Gerüche, die sich überlagern.
Geräusche, die ich nicht einordnen kann.
Bewegungen, die zu schnell kommen.

Ich versuche, alles gleichzeitig im Blick zu behalten.
Wer kommt da?
Was war das?
Bleibt das ruhig oder verändert es sich gleich?

Mein Körper arbeitet die ganze Zeit.

Manchmal gehe ich noch weiter, obwohl ich schon müde bin.
Nicht körperlich.
Sondern innen.

Dann wird alles enger.
Meine Schritte schneller.
Mein Atem kürzer.
Und irgendwann… wird es zu viel.

Dann möchte ich nur noch weg.
Oder stehen bleiben.
Oder einfach, dass es aufhört.

Wenn jemand das merkt, bevor ich es zeigen muss…
ist das gut.
Wenn wir dann langsamer werden.
Oder umdrehen.
Oder einfach kurz stehen bleiben, ohne dass etwas von mir erwartet wird.

Dann wird es wieder leichter.

Nicht sofort.
Aber Stück für Stück.“

🧘 Spaziergänge werden oft als etwas Selbstverständliches gesehen – als Bewegung, Auslastung oder Routine. Für sensible oder traumatisierte Hunde können sie jedoch eine hohe Reizdichte bedeuten.

Benfred beschreibt hier sehr klar, dass Überforderung nicht erst dann beginnt, wenn ein Hund sichtbar reagiert. Sie baut sich schleichend auf – durch viele kleine Reize, die gleichzeitig verarbeitet werden müssen.

Besonders wichtig ist: Diese Form der Erschöpfung ist keine körperliche, sondern eine nervliche. Der Hund „funktioniert“ oft noch, obwohl er innerlich bereits überfordert ist.

In der Begleitung geht es daher nicht darum, den Spaziergang „durchzuziehen“, sondern ihn flexibel anzupassen: Tempo reduzieren, Strecken verkürzen, Pausen zulassen oder auch bewusst umkehren.

Ein abgebrochener Spaziergang ist kein Rückschritt – sondern oft ein Zeichen von gutem Beobachten und Verständnis.

💬 Fragen & Impulse

  • Woran erkennst du, dass dein Tier draußen überfordert ist?
  • Wie reagierst du, wenn dein Hund langsamer wird oder nicht weiter möchte?
  • Fällt es dir leicht, einen Spaziergang abzubrechen?

Vielleicht ist ein kurzer, ruhiger Weg manchmal mehr wert als ein langer.

Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren 🐾

Manchmal braucht es kein „mehr“, sondern ein feineres Hinschauen.
Wenn du dein Tier im Alltag besser verstehen und begleiten möchtest, findest du hier meine Begleitung für Mensch & Tier.


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Veröffentlicht von Tierwohl im Fluss

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