„Ich glaube, der Sommer hat wieder vergessen anzuklopfen.
Eines Tages war alles noch normal.
Und am nächsten Tag waren plötzlich überall Menschen.
Viele Menschen.
Sehr viele Menschen.
Mit Fahrrädern. Mit Taschen. Mit Kindern. Mit Eis. Mit noch mehr Fahrrädern.
Ich weiß nicht, wo die alle den Winter verbringen. Aber im Sommer scheinen sie sich hier zu verabreden.
Für mich ist das spannend.
Und anstrengend.
Gleichzeitig.
Denn eigentlich mag ich den Sommer.
Die Sonne wärmt meinen Rücken.
Das Gras wird saftig und riecht nach tausend Geschichten.
Überall summt und brummt es.
Und manchmal fliegt etwas durch die Luft, das unbedingt verfolgt werden muss.
Ich weiß nicht, warum.
Aber es fühlt sich wichtig an.
Sehr wichtig.
Zumindest für ungefähr sieben Sekunden.
Der Sommer riecht anders als der Rest des Jahres.
Nach Meer. Nach warmem Sand. Nach Blumen. Nach Menschen, die Zeit haben.
Aber er bringt auch Unruhe mit.
Plötzlich rollen überall Fahrräder vorbei.
Autos tauchen auf, wo gestern noch Ruhe war.
Menschen bleiben stehen. Menschen laufen los. Menschen reden.
Sehr viel.
Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt merken, wie laut sie sind.
Und dann ist da noch mein Frauchen.
Im Winter sitzt sie öfter still.
Im Sommer offensichtlich nicht.
Da wird organisiert. Geplant. Unterwegs sein. Dinge tun.
Sehr viele Dinge.
Ich beobachte das mit Interesse.
Und gelegentlicher Verwunderung.
Aber ich habe etwas gelernt.
Nicht jeder Fahrradfahrer möchte etwas von mir.
Nicht jedes Auto ist wichtig.
Und nicht jeder Mensch bleibt.
Manche ziehen einfach vorbei wie Wolken.
Also sitze ich manchmal im Gras.
Schaue dem ganzen Sommer beim Vorbeiziehen zu.
Und denke mir:
„Ganz schön viel los heute.“

Dann schnuppere ich noch einmal in den Wind.
Und suche nach einem Käfer.
Das erscheint mir oft deutlich übersichtlicher.“
🧘 Der Sommer verändert auf einer Insel vieles. Was für Menschen Urlaub, Lebendigkeit und Abwechslung bedeutet, bringt für viele Tiere deutlich mehr Reize mit sich.
Für Benfred als ehemaligen Straßenhund und Angsthund bedeutet die Hauptsaison eine große Herausforderung. Mehr Menschen, mehr Geräusche, mehr Bewegung und weniger Rückzugsmöglichkeiten verlangen seinem Nervensystem einiges ab.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, wie sehr er sich entwickelt hat. Während ihn solche Veränderungen früher schnell überfordert hätten, kann er heute immer häufiger beobachten, statt sofort zu reagieren.
Er nimmt wahr, verarbeitet und findet zunehmend wieder zurück in seine eigene Ruhe.
Das bedeutet nicht, dass ihm alles leichtfällt. Aber es bedeutet, dass zwischen Reiz und Reaktion mehr Raum entstanden ist.
Und genau dort wächst Vertrauen.
Vielleicht erinnert uns Benfred auch daran, dass wir nicht alles mitmachen müssen, was um uns herum passiert.
Manchmal reicht es, einen Platz im Gras zu finden, tief durchzuatmen und die Welt für einen Moment einfach vorbeiziehen zu lassen.
💬 Fragen & Impulse
- Verändert sich dein Tier in der Urlaubs- oder Sommerzeit?
- Reagiert es auf mehr Menschen, Verkehr oder Trubel?
- Oder genießt es die warmen Tage genauso wie Benfred?
Und ganz ehrlich:
Ist dein Tier eher Team „Mitten ins Geschehen“ oder Team „Lieber einen ruhigen Platz im Gras“? 😄
Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren.
Manchmal verändern sich nicht nur unsere Tiere – sondern auch die Welt um sie herum.
Wenn du dein Tier durch herausfordernde Veränderungen und neue Situationen begleiten möchtest, findest du hier meine Begleitung für Mensch & Tier.